Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt (mit Nina Kolleck & Amy Kirchhoff)
Shownotes
Social-Media-Plattformen prägen den Alltag von jungen Menschen und bergen Chancen sowie Risiken für mentale Gesundheit und demokratische Teilhabe. Die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat 56 Handlungsempfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz, um die gesellschaftlichen Bedingungen für einen digital souveränen und kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu befördern. In der neuen Folge von Auftrag:Aufbruch spricht Host Katja Weber mit Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam, und Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, über Social-Media-Verbote, Plattformregulierung, Medienkompetenz an Schulen und die mentale Gesundheit junger Menschen. Viel Freude beim Hören!
- Factsheet des Forum Bildung Digitalisierung: „Digitales Wohlbefinden“
- Aufzeichnung des Spotlight BD: „Wer macht’s? Medienbildung als gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus“
- Buch von Nina Kolleck: „Der Kampf in den Köpfen – Wie TikTok, Instagram & Co. unsere Kinder manipulieren“
- Website von Prof. Dr. Nina Kolleck bei der Universität Potsdam
- Website der Bundesschülerkonferenz und Bundessekretariat mit Amy Kirchhoff
- Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Repräsentative Umfrage von UNICEF Deutschland: „Soziale Medien: Jugendliche wollen Schutz statt Verbote“
- Digital Services Act (DSA) – EU-Regeln für digitale Plattformen
- EU-App zur Altersverifizierung für den Kinderschutz online
- Empfehlungen der EU-Expertengruppe zum Kinderschutz im Internet
- Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“
- Bildungskongress der Bundesschülerkonferenz: „UNS GEHT'S GUT?“ und Call to Action zur mentalen Gesundheit junger Menschen
- Keynote von Klaus Hurrelmann zu Medienkompetenz auf der Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Gesund. Digital. Lernen“
- Gastbeitrag von Klaus Hurrelmann in Plan BD: „Gesundes Aufwachsen in der digitalen Welt ist eine gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe“
Transkript anzeigen
00:00:05: Ich glaube, dass diese Mischung aus diesen Weltkrisen, die wir gerade erleben plus den Faktor Social Media das dazu führt, dass wir einen ganz großen Bedarf bei mentaler Gesundheit haben.
00:00:14: Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
00:00:22: Man weiß es verbotbring nichts – Kinder- und Jugendliche umgehend.
00:00:26: Und noch dazu ist es schon vom Grundkonzept darauf ausgelegt zu scheitern.
00:00:32: Denn selbst wenn es konsequent durchgesetzt werden könnte….
00:00:36: Selbst dann sind ja immer nur ausgewählte Plattformen verboten und die Gesetzgebung kommt gar nicht hinterher.
00:00:47: Die Gefahr, die ich dahinter sehe auf das wir jetzt nicht wirklich ins Handeln kommen nachdem diese Handlungsempfehlung rausgegeben wurden sondern dass es mal wieder ein Katalog an Handlungsempfehlungen ist der an die Länder gegeben wird und dann liegt er da.
00:01:03: Auftrag Aufbruch Der Podcast des Forum Bildung Digitalisierung.
00:01:13: Willkommen zurück!
00:01:14: Super, dass ihr zuhört.
00:01:15: Auch in dieser Episode soll es hier mit zwei Sachverständigen gehen, ums Lernen und Lehren in der digitalen Welt.
00:01:22: Diesmal mit einem genaueren Blick auf das Thema Kinder- und Jugendschutz und auf das Riesenthema Social Media – und man kann natürlich kaum mehr Social Media sagen ohne Bindestrich Verbot hinten dran zu flanschen!
00:01:35: Mal gucken was es dazu zu sagen gibt….
00:01:37: Wir schreiben den August, die Sommerferien in Berlin und Brandenburg sind ziemlich im Landeanflug In anderen Ländern sind sie schon rum.
00:01:47: Das Thema Social Media verbot das wird aber wohl fürs erste Mal bleiben.
00:01:52: Wir treffen uns hier im August, in Publix in Berlin!
00:01:54: Meine Gäste sind Nina Kollek die ist Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam.
00:02:02: Willkommen Nina.
00:02:02: super dass du da bist.
00:02:04: Danke für die Einladung.
00:02:05: Amy Kirchhoff ist auch dabei.
00:02:08: ganz frisch hat sie das Abi des beruflichen Gymnasiums Meißen in der Tasche.
00:02:13: noch bis Ende des Jahres wird sie die Generalsekretärin Schülerkonferenz sein.
00:02:18: Herzlichen Glückwunsch, muss ich bei dir auf jeden Fall dazu sagen und herzlich willkommen!
00:02:22: Vielen Dank!
00:02:23: Zu Beginn des Gesprächs wollen wir immer erst mal verstehen was treibt denn eigentlich unsere Gäste an?
00:02:28: Wer oder was hat sie vielleicht inspiriert oder zu ihren Arbeitsfeldern gebracht?
00:02:33: Was war es bei dir Amy?
00:02:34: Ich habe gelesen dass du dich als zwölfjähriger das muss also um das Jahr.
00:02:42: Ich engagiere mich ab jetzt in der Schülerinnenvertretung meiner Schule.
00:02:46: Was war ausschlaggebend?
00:02:47: Was wolltest du vielleicht
00:02:48: verändern?".
00:02:50: Also ich glaube, der Gedanke war gar nicht okay.
00:02:52: heute ist der Tag wo ich anfange Bildungspolitik zu machen.
00:02:54: Das
00:02:55: hat mir auch wirklich überrascht.
00:02:56: Es ist ja wirklich sehr überraschend gewesen!
00:02:59: Ne, genau ich habe in der sechsten Klasse angefangen mich im Schülerrat zu engagieren
00:03:03: und
00:03:03: dann ging es so um Schulprojekte, Menstruationsartikel auf Toiletten und da war Fridays for Future gerade ein großes Ding, da hat man irgendwie mitbekommen wieso die ersten Klimabewegungen organisiert wurden noch unter anderem von Schülern in meiner Schule.
00:03:15: Und für mich war mein großes Thema also die Ungerechtigkeit im Schulsystem weil ich bin damit immer gut klar gekommen viele von meinen Freundinnen nicht Und so ging das dann irgendwie weiter, dass ich da was machen wollte.
00:03:24: Weil ich die Kapazitäten hatte und bin dann seit Jahrzehnteinundzwanzig auf Kreisebene auch in den Landesschüler Ratsachsen gerutscht und in der Zwischofbundesebene aktiv um ganz viele verschiedene Themen zu bespielen.
00:03:35: Da geht es eben nicht mehr nur um Schuleausstattung sondern auch um Lehrplaninhalte, um Finanzierung von Bildungen und systematische strukturelle Veränderungen.
00:03:42: Macht Engagement süchtig?
00:03:44: Ich glaube nicht, aber es macht sehr viel Spaß.
00:03:46: Aber
00:03:47: man merkt an deiner Biografie schon dass du da innerhalb von ein paar Jahren dich sehr viel tiefer reingebohrt hast auch professionalisiert hast?
00:03:54: Das auf alle Fälle, aber genau darauf sind die Strukturen so bisschen ausgelegt was immer in delegierten Prinzip gibt, ähnlich wie das auch in der Politik der Fall ist.
00:04:02: Da rutscht man dann glaube ich sehr organisch auch in die größeren Ebenen.
00:04:05: rein
00:04:06: Spannend, glaube ich auch deine Bio.
00:04:08: Dein beruflicher Werdegang Nina Pädagogik oder Erziehungswissenschaften war in deinem Fall gar nicht erste Wahl.
00:04:14: das wo du so direkt Kurs draufgenommen hast promoviert hast du es als Politologin an der Freien Universität hier in Berlin und dann bist du doch nochmal anders abgebogen.
00:04:25: also wenn ich mir deinen wissenschaftlichen Werdegan angucke auf der Seite der Uni Potsdam dann steht er Evaluation W.Eins-Professur, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologiefreie Universität Berlin in Klammern Habilitationsäquivalenz.
00:04:44: Aha!
00:04:44: Was war denn ausschlaggebend für dieses Abbiegen?
00:04:48: Ich habe tatsächlich dann auch noch habilitiert, das ist im Jahr zwei Tausend Achtzehn.
00:04:51: Also nicht nur die Equivalenz.
00:04:53: Nehmt ihr jetzt mal einen
00:04:54: um den Fachbereich?
00:04:55: Ja genau!
00:04:56: Das fragen mich oft viele weil die akademischen Werdegänge ja meistens gerade die nicht wirken und es bei mir eben nicht so der Fall ist.
00:05:03: aber man muss wissen dass ich von Anfang an so interdisziplinär studiert habe.
00:05:06: also ich hab mich im Studium nicht allein nur auf Politikwissenschaften fokussiert sondern nebenher eben auch noch andere Fächer unter anderem auch Psychologie studiert und mich sehr dafür interessiert wie eben entstehen und funktionieren.
00:05:19: Und dafür ist mir eben sehr schnell klar geworden, müssen wir auch verstehen wie die Menschen funktionieren?
00:05:25: Also da kam ich dann eben zur Psychologie und auch zu Bildungswissenschaften.
00:05:28: also was bringt Menschen denn dazu überhaupt Teil einer Gesellschaft zu werden?
00:05:32: von daher spielt das von Anfang an eine Rolle und auch in meiner Promotion, auch in der Art und Weise wie ich dann auch politikwissenschaftlich tätig war.
00:05:41: Und ja von daher hat sich denn so eins zu eins ergeben und diese Habilitation habe ich dann tatsächlich auch noch gemacht, im Jahr zwei tausend achtzehn.
00:05:49: Ja so freiwillig wurde schon gesagt weil eigentlich hatte ich die Equivalenz eh schon durch die Professorin, die ich ja dann schon hatte am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie.
00:06:00: aber einfach nur um hier eben nochmal klar zu machen, dass ich in beiden Fächern diesen Abschluss habe.
00:06:06: Und da bin ich auch sehr froh drüber, weil heutzutage muss man sich ja schon rechtfertigen.
00:06:11: Das war früher anders aber heutzuthage muss Man sich ja Schon sehr rechtfertig in welchen fächern man nun welche abschlüsse hat.
00:06:18: vielleicht auch zurecht Weil viele gerade auch im bildungswissenschaftlichen bereich Ja auch oft so tun als hätten sie eine ahnung Obwohl Sie nie irgendwas in dem Bereich studiert haben oder einen abschluss Haben.
00:06:27: und von daher bin Ich doch schon sehr frohe Dass ich dann auch diese habilitation noch in dem Fachbereich an der Fakultät gemacht habe, weil es eben dann noch mal so ein offizielles Dokument ist.
00:06:37: Dass ich eben diese Qualifikation auch
00:06:39: habe.".
00:06:40: Und als Wissenschaftlerin?
00:06:41: Als Forscherin schreibst du natürlich die entsprechenden wissenschaftlichen Texte und Artikel aber du schreibest doch für nicht akademisches Publikum aktuell der Kampf in den Köpfen wie TikTok Instagram und Co.
00:06:52: unsere Kinder manipulieren.
00:06:53: Ist in diesem Jahr rausgekommen!
00:06:55: Ich kann die Verkaufszahlen nicht, aber scheint mir ziemlich erfolgreich zu sein.
00:07:00: sozialische Wörtchenkampf aus dem Titel aufgreifen.
00:07:04: Wer liegt dann bei diesem Kampf?
00:07:06: aktuell vorne die traditionellen Instanzen der Sozialisation, Elternhausschule, Vereine, Verbände und so weiter oder eben die benannten TikTok Instagram und Co.
00:07:17: Ich bin jetzt hier als Wissenschaftlerin und müsste jetzt konkrete Zahlen vorlegen, die ich aber nicht vorlegen kann weil es kann man natürlich einfach nicht messen.
00:07:24: also wer siegt über alle Köpfe in all den Kämpfen von allen Kindern und Jugendlichen und auch Erwachsenen die Social Media nutzen.
00:07:32: Aber wir wissen auf jeden Fall und dass sich die Wissenschaft soweit ich es so weise einig, dass soziale Medien ein ganz wesentlicher Teil der Sozialisation geworden sind für Kinder und Jugendliche.
00:07:44: Sie nutzen es quasi alle, neunundneinzig Prozent nutzen soziale Medien und das hat einfach einen immensen Einfluss auf die Sozialisation.
00:07:52: Das heißt auf die Psyche aber auch auf die politischen Einstellungen also auf das was Kinder und Jüngliche fühlen denken wahrnehmen und auch für wichtig halten und wie sie handeln.
00:08:03: Also ein komplettes Wertesystem hängt daran.
00:08:05: vorhin sprachst du darum Du willst rauswinden funktionierten das Teil einer Gesellschaft zu sein, zu werden.
00:08:12: Amy als du zur Welt gekommen bist war das World Wide Web schon da anders als in meinem Falle.
00:08:18: Sie stellt dann Steve Jobs das erste iPhone vor.
00:08:21: Seit zwölf gibt es Instagram seit zwei tausend achtzehn das Jahr von dem du gerade gesagt hast sechste Klasse.
00:08:27: Du hast beschlossen nicht gehen die Schülervertretung mit konkreten Anliegen kommt TikTok dazu seit Jahrzehnteinzwanzig, um das dann auch noch mal chronologisch zu benennen, ChatGPT.
00:08:38: Das wird ja alles deine Kindheit, Jugend, Schulaufbahn oder umfassender gesagt Sozialisation geprägt haben?
00:08:45: Kannst du beschreiben wann du das richtig wahrgenommen hast?
00:08:49: weil für dich war es der stinknormale Alltag?
00:08:53: Also ich glaube... dass man das schon definitiv wahrgenommen hat, aber vor allem im Kontrast dazu mit welchen Menschen man in Schule agiert und es sind vor allem Lehrkräfte.
00:09:03: Ich glaube, das ist aber in diesem Kontext oft auffällt weil man halt auch da viele Gleichaltrigen unterwegs ist und wenn einfach kollektiv die Klasse mit zwölf besser weiß wie mein YouTube-Video auf dem Beamer guckt als die Lehrkraft die das YouTube Video zeigen möchte, merkt man glaub ich schon, dass es irgendwie was ist womit man aufgewachsen ist und was ja natürlich auch beeinflusst.
00:09:21: Also ich glaube viele von meinen Gesprächen sind geprägt davon, dass man irgendwelche Memes nutzt um sich miteinander auszutauschen und so.
00:09:29: Ja, ich glaub das sind so die kleinen Alltagsmomente wo man schon merkt dass die Sozialisation beeinflusst ist.
00:09:34: Zeitgleich glaube ich aber, dass es nicht das einzig ist was uns irgendwie beeinflußt hat vor allem noch in meiner Generation.
00:09:40: also ja YouTube ist älter als ich Aber trotzdem war das ja... Hat es ja noch ein Stück gedauert bis das so richtig angekommen ist und ich glaube das Schülerin aktuell Vor allem auch Richtung Grundschule ist schon da nochmal einen ganz anderen Einfluss erfahren als das jetzt zu meiner Zeit erfahren
00:09:54: war.
00:09:55: Das ist wahrscheinlich umfassender dieses Ökosystem indem wir alle uns befinden.
00:10:00: Nina schreibt in ihrem Buch, das würde ich mal zitieren, soziale Medien verschieben wie Bindung entsteht.
00:10:07: damit berühren sie den Kern des Menschseins.
00:10:10: Würdest du in diesem Jahr doch sehr umfassenden Sinne zustimmen?
00:10:14: Ich glaube schon, weil ich glaube das alles was wir an parasozialer Beziehungen aufbauen zu InfluencerInnen.
00:10:21: Zu Menschen die Content erstellen auf sozialen Medien dass wir da eine andere oder neue Art von Beziehung und Bindung aufbaut.
00:10:29: Weil es ja also oft wirklich parasozial ist und keine tatsächliche ich kenne die Person Verbindungen.
00:10:35: Ich glaube das ist das schon verändert.
00:10:37: Also grundsätzlich würde ich dazu stimmen.
00:10:39: Was sind die Vorteile dieser Sozialisation?
00:10:42: Und wo siehst du Nachteile?
00:10:43: Ich glaube, ein großer Vorteil ist die Möglichkeit sich zu identifizieren.
00:10:47: Also ich glaube wir können vielen Kindern und Jugendlichen gerade Vorbilder an die Hand geben, die eigentlich gefehlt haben.
00:10:52: So klar gab es natürlich auch in den achtziger-neunziger Jahren schon Vorbildern wenn ich ins Kino gegangen bin und mir irgendwie einen Film angeguckt habe oder eine Zeitschrift gelesen hab oder so.
00:11:02: Zeitgleich haben wir jetzt viel diverseres Spektrum alle möglichen Richtungen und es kann ein wahnsinnig großer Vorteil sein, vor allem wenn ich in einem Umfeld aufwach somit ich mich nicht so gut identifizieren kann.
00:11:13: Meine Probleme sind die man so offen bespricht.
00:11:16: Thema mentale Gesundheit zum Beispiel aber auch Thema Neurodivergänzen, die da glaube ich mehr Aufmerksamkeit erhalten.
00:11:21: aktuell Zeitgleich stellt das aber auch eine große Gefahr da, dass man eben auch in extremistische Richtungen abwandern kann und extreme Vorbilder schneller zu Gesicht bekommt die vielleicht ja vorher nicht ganz so verbreitet worden werden.
00:11:34: Also tatsächlich sozusagen ein Medium, das dir helfen kann dich zu finden, dich auszudrücken, dich aber auch in den unterschiedlichsten Pole sozusagen schieben
00:11:43: kann.
00:11:44: Jetzt diskutieren wir diese Fähigkeiten von Social Media schon eine ganze Weile, aber zumindest meiner Privatemperi nach so richtig doll seit sagen wir vielleicht drei Jahre, also auch tatsächlich in der politischen Sphäre.
00:12:01: Es gab dann das Beispiel Dänemark und andere skandinavischen Staaten die die Digitalisierung in der Schule bewusst zurückgefahren haben.
00:12:09: Australien spricht auf einmal und hat es inzwischen auch etabliert ein Social Media-Verbot für unter untersechzehnjährige.
00:12:15: Also jetzt sei mal dahingestellt wie gut es funktioniert.
00:12:17: aber zumindest diese politische Debatte fand dann auf einmal statt empfinden wir.
00:12:23: Boah, jetzt geht es auch bei uns so richtig los!
00:12:25: Wie erklärst du dir Nina dieses lange Sim-Anfall zu meiner Beurteilung da überhaupt teilst?
00:12:31: Also das ist so lange dauert in Deutschland.
00:12:33: also ich erkläre es mir ja weil in Deutschland es eben auch viele Personen gibt die die einen anderen Blick darauf haben und nicht so einen radikalen Blick.
00:12:42: Also erstens haben wir auch sehr viel investiert in die Digitalisierung der Schule, warum jetzt plötzlich zurückfahren?
00:12:47: Wo wir doch sehen dass in bestimmten Bereichen doch die Digitalisierung sehr lernförderlich ist und sehr förderlich für Kinder- und Jugendliche?
00:12:54: das ist so ein Punkt!
00:12:56: Und warum jetzt alles wieder zurück fahren?
00:12:58: Wir haben genug negative Erfahrungen mit zu vielen Reformvorhaben an Schulen gemacht.
00:13:02: Und zweitens gibt es eben auch Vorbehalte, dahingehend jetzt Kindern und Jugendlichen die Rechte zu nehmen.
00:13:10: Die sie eben auf Beteiligung haben.
00:13:12: Das sehen wir ja jetzt in Frankreich.
00:13:13: Frankreich ist davor gestoßen Macron und da muss er wieder zurück rudern weil ... Der Verfassungsrat
00:13:17: hat gesagt so geht's nicht genau.
00:13:19: Genau und wir müssen hier eben auch nochmal unterscheiden.
00:13:21: das eine ist ja die Digitalisierung von Schulen und auch die Handynutzung und das andere sind soziale Medien.
00:13:26: Soziale Medien unterscheinen sich auch noch mal.
00:13:28: also soziale Medien kann man auch nicht hinein topwerfen.
00:13:30: aber dann haben wir Instagram also die, die gerade dominieren.
00:13:33: Wir haben aber auch so was wie, weiß ich nicht, Signal zum Beispiel oder Telegram oder andere Plattformen, die andauernd aus dem Boden sprießen.
00:13:40: Also es ist nichts, was irgendwie starr
00:13:42: ist
00:13:43: sondern das sind eben teilweise auch nur Elemente in Computerspielen
00:13:47: z.B.,
00:13:47: Roblox zum Beispiel.
00:13:49: da sind eben auch Social Media-Elemente drin.
00:13:51: deswegen man kann das schwer an einen Top werfen.
00:13:53: und auch dieses vermeintliche Social Media Verbot, weil's ja nochmal etwas anderes ist als das Handyverbot in der Schule.
00:14:00: Das wurde auch in den anderen Ländern nie konsequent umgesetzt, auch in Australien nicht.
00:14:06: Denn da wären ja nur einzelne Plattformen fast schon beliebig ausgewählt und dann angeblich verboten – man weiß das Verbot bringt nichts die Kinder- und Jugendlichen umgehend.
00:14:18: Und noch dazu ist es schon vom Grundkonzept darauf ausgelegt zu scheitern.
00:14:24: denn selbst wenn es konsequent durchgesetzt werden könnte Und wir Kinder und Jugendliche, also keine Schleichwege dann, die mehr finden würden.
00:14:33: Selbst dann sind ja immer noch ausgewählte Plattformen verboten und die Gesetzgebung kommt gar nicht hinterher.
00:14:39: Die Plattform neue Plattform sprießen aus dem Boden andere Plattform übernehmen diese Elemente, die vorher beispielsweise TikTok und Instagram übernommen haben.
00:14:47: Das heißt wenn wir nicht bei den Plattform selbst ansetzen wird es nichts mit diesem vermeintlichen Kinder- und Jugendschutz.
00:14:53: Und das weiß man eigentlich schon von Anfang an.
00:14:55: Ich denke in Deutschland haben viele Verstanden und deswegen waren viele eben auch zurückhaltend.
00:15:02: Dahingehend, die Bundesregierung sieht es ein bisschen anders.
00:15:05: aber zumindest in der Wissenschaft gibt's da doch eine deutliche Zurückhaltung, die einfach auch daran liegt dass man es realistisch einschätzt.
00:15:12: Und tatsächlich geht die Debatte jetzt los oder ist schon losgegangen in anderen europäischen Staaten?
00:15:17: In Deutschland dann auch.
00:15:18: Schauen wir auf das, was aktuell passiert in Deutschland.
00:15:21: Die aktuelle Bundesbildungs- und Jugendministerin Karin Prien von der CDU hat eine Expertenkommission eingesetzt zum Thema, die wiederum hat fifty-sech Handlungsempfehlungen erarbeitet im Juni.
00:15:33: frisch rausgekommen.
00:15:34: Im September kommt sozusagen nochmal das ganze Bild hinterher, aber diese Empfehlungen sind da!
00:15:39: Wir packen den Link natürlich in die Show-Nauts genauso wie natürlich zu deinem Buch.
00:15:43: Nina.
00:15:44: und um es mal ganz grob und rough zusammenzufassen – Die Kommission unterscheidet sechs Lebensphasen geht los von geschützter früher Kindheit also Tag der Geburt bis etwa zwei Jahre bis hin zu achtzehn plus Erwachsen sein erwachsen werden Das ist ein Zitat, sie schlägt der Bundesregierung eine Mindest-Altersgrenze von drei Zehn Jahren vor für solche Media.
00:16:12: Du hast gerade auf die einschlägigen Probleme schon hingewiesen.
00:16:15: oder Altersgrenzen je nach Dienst?
00:16:18: Ich habe einen Interview mit dir gelesen, Nina.
00:16:20: da hast du dich deutlich unterwältigt gezeigt von diesen Handlungsempfehlungen was daran fehlt hier oder was stört dich.
00:16:27: Ja, also erstmal ist es natürlich extrem viel Arbeit und was die Expertenkommission da gemacht hat.
00:16:32: Also eine wahnsinnig kurze Zeit wahrscheinlich wirklich jeder Einzelne der hier in dieser Kommissionszeit unglaublich viel Lebenszeit investiert und das müssen wir einfach auch mal hochhalten.
00:16:43: Ich bin ja auch teilweise in solchen Kommissionen Mitglied und es ist wahnsinnige Zeit, die da reinfließt und umso wichtiger ist es dass diese Zeit dann am Ende sinnvoll angesetzt ist und eben ihre Resultate bringt.
00:16:56: Und bei der Kommission habe ich mich von Anfang an so ein bisschen gefragt, warum sie so zusammengesetzt ist wie sie zusammengesetzt ist?
00:17:02: Ich bin ja nicht die einzige, die sich das gefragt hat denn es gibt ja sehr viele Experten in dem Bereich und wenn wir nun eine Expertenkommission berufen dann sollen doch die Experten drinsetzen.
00:17:13: Das heißt die Wissenschaftler oder auch Akteure aus der Praxis, die sich wirklich schon fundiert mit genau diesem Thema auseinandergesetzt haben.
00:17:20: Es ist ja nicht so.
00:17:21: wie weiß ich nicht.
00:17:21: die Ethik-Kommission, die eben einen festen Bestand hat und sich erst mal so schnell nicht mehr ändert... macht eine Stellungnahme.
00:17:29: Das ist was anderes, finde ich.
00:17:31: Aber wenn jetzt eine Expertenkommission direkt zu einem Thema zusammengesetzt wird, verstehe ich nicht warum dann nicht die Forschenden reingesetzt werden, die auch wirklich das Thema schon durchdringen, die schon jahrelang dazu forschen und publiziert haben und die dann konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzeigen wie wir aus dem Dilemma rauskommen?
00:17:52: Also bei Timmy, der Wahlkommission, die ich auch als Beispiel bringe.
00:17:55: Da würde man ja auch keine Ordentlichen Tologen reinsetzen und keine Wahlforscher.
00:17:59: Weil man braucht dann eigentlich die Experten, die sich nicht erst einlesen müssen.
00:18:03: Wenn wir nämlich jetzt Personen haben, die sie sich erst einlesen müssen, dann sind die erstmal damit beschäftigt diese riesige Masse an Studien durchzuforsten und kommen vielleicht auch nicht so schnell auf genau die Punkte, die eigentlich gerade problematisch sind und gelöst werden müssen.
00:18:21: Entschuldigung, wenn ich da unterbreche.
00:18:23: Was wäre denn bei einer anderen Zusammensetzung der Kommission?
00:18:27: Also sozusagen mit Menschen die schon auf dem Stand der Studienlage oder Forschungslage sind?
00:18:31: was wäre dann an praktischen Handlungsempfehlungen rausgekommen, die du jetzt ja offenbar vermisst?
00:18:37: Naja im Endeffekt... Viele von diesen Empfehlungen sind ja wirklich auch gut, also ich will jetzt gar nicht diese ganzen Text kritisieren.
00:18:46: Aber er ist sehr lang und sehr allgemein und er enthält extrem viele Punkte die eigentlich alle schon wissen.
00:18:53: Und wir wissen also all diese Sachen aber stehen an einem Punkt wo wir nicht weiterkommen.
00:18:59: Was sind die Ursachen dafür?
00:19:00: Erst mal zu identifizieren warum kommen wir hier nicht weiter?
00:19:03: was sind die Stellschrauben an denen wir drehen müssen?
00:19:06: zum Beispiel Digital Services Act Datenschutzgrundverordnung.
00:19:11: Die Bestandteile, die einfach nur zitiert werden?
00:19:15: auf der EU-Ebene haben wir ja schon Gesetze, die die Plattform in die Pflicht nehmen.
00:19:21: Die sagen, Plattformen.
00:19:22: so geht es nicht.
00:19:23: Die und die und die Regeln müsst ihr einhalten um in Europa tätig zu sein.
00:19:27: Die Plattform halten sich aber nicht dran.
00:19:30: sie wären auch viel zu wenig sanktioniert.
00:19:33: Und woran liegt es, dass sich die Plattform nicht daran halten?
00:19:36: Was müssen wir tun damit Sanktionen auch wirklich wirksam sind?
00:19:40: und wo müssen wir hier diese Gesetze verbessern, optimieren, damit die Platform dann tatsächlich in ihre Pflicht genommen werden und nicht all dieses verbotene Zeugs was sie weiterhin tun weiter so
00:19:54: treiben?".
00:19:58: nur an einer einzigen Stelle.
00:19:59: Ich habe es jetzt nicht im Kopf, aber in dem Interview zitiere ich sie auch.
00:20:03: An einer einzigem Stelle wird dann ein einzelner kleiner Vorschlag gemacht Aber insgesamt wird der DSA und die DSGVO werden eigentlich nicht angetastet, sondern nur mal ganz kurz zitiert.
00:20:17: Amy ich sehe dich nicken bei dem was Nina ausgeführt hat.
00:20:21: wo stimmst du diesen Handlungsempfehlungen zu?
00:20:24: Und wo denkst du?
00:20:25: ne das geht am Thema vorbei.
00:20:27: Also ich glaube, dass der Grundthener den die Handlungsempfehlungen rausgegeben haben von wir können nicht einfach nur verbieten.
00:20:33: Wir brauchen Medienkompetenz und müssen das Partizipativ gestalten.
00:20:36: Ich glaube es sind alles Grundsätze wo wir uns auch als Bundesschülernkonferenz sehr gut anschließen können.
00:20:42: Ich kann mich aber dem anschließen was du sagst... Es sind keine Neuheiten, also dass wir das als Schüler in Gremium seit Jahren als Beschlusslage genau so haben und dann der Experte in den Kommissionen sich zusammensetzt.
00:20:53: Und im Endeffekt ist gleiche fordert wie wir und wir ja einen ganz anderen Umfang an Wissen, Ressourcen usw.
00:20:59: und sofort haben zeigt natürlich auch, dass es keine tiefgreifenden, ganz spezifischen Handlungsempfehlungen sind.
00:21:08: An der Stelle eigentlich schon hätten noch ein bisschen konkreter werden können an vielen Punkten.
00:21:12: Beziehungsweise dass die Gefahr, die ich dahinter sehe, oft ist das wir jetzt nicht wirklich ins Handeln kommen nachdem diese Handlungsempfehlungen rausgegeben wurden sondern dass es mal wieder ein Katalog an Handlungsempehlungen ist, der an die Länder gegeben wird Und dann liegt er da, und dann liegt der in der Schublade.
00:21:26: Da liegt er sicherlich auch gut aber da bringt er uns halt nix.
00:21:30: Weil eben gerade die großen Fragen auch mit großer Plattformen Verantwortung nehmen und auf einem Level in Verantwortung nehmen wie wir das zum Beispiel schon bei Medien- und Pressehäusern machen weil das was ist was da gar nicht so wirklich beleuchtet wird.
00:21:42: Was aber am Ende des Tages sehr viel effizienter wäre als einfach nur ein Katalog in der schublade liegen zu haben.
00:21:49: Genau, deswegen würde ich mich ganz grundsätzlich bei vor allem dem Punkt anschließen.
00:21:52: Und du würdest auch sagen die Konkretisierung, die würdest du dir in denselben Feldern wünschen?
00:21:57: Nämlich bei der Regulierung auf EU-Ebene wie Nina das ausgefüttert oder siehst du noch andere Spielräume oder Stellschrauben?
00:22:04: Ich glaube, wir brauchen natürlich auf EU-Ebene da definitiv bessere Regulierungen.
00:22:09: Das ist glaube ich nicht die einzige Ebene, die wir uns da angucken müssen.
00:22:11: aber das ist ja was immer erfolgt wenn wir auf EU eben etwas regeln dass wird es dann in die Länder übersetzt und dann auch in die einzelnen Regionen bei uns die Bundesländer.
00:22:22: Ich glaube, wo wir ein ganz großes Augenmerk darauf legen müssen ist wie wir das in den Bundesländern umsetzen.
00:22:27: Weil ja auch in den Handlungsempfehlungen steht dass wir mehr Medienbildung machen sollen, dass es stärker verankert werden soll.
00:22:33: aber genau dann müssen wir da hin gucken und den Spielraum halt auch wirklich ausnutzen das in die Lehrpläne zu bringen in die Schulen zu bringen vor allem das Fachpersonal auszubilden.
00:22:41: an der Stelle
00:22:42: Stichwort Verbot nochmal.
00:22:43: Es gibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von UNICEF, da wurden tausend Jugendliche befragt zwischen vierzehn und sechzehn Jahren.
00:22:51: übrigens wurden die also wurden jugendlich auch eingebunden.
00:22:54: in die Arbeit der Kommission will ich nur noch mal ein Klammern hinzufügen.
00:22:58: bei der umfrage im auftrag von unicef haben dann fünf und fünftig Prozent also ne knappe Mehrheit gesagt ja wir halten einer altersgrenze für jüngere Kinder für sinnvoll.
00:23:10: natürlich qualifiziert dich als jung Mensch jetzt oder sind junge Menschen nicht per se immer einer Meinung, weil sie die Eigenschaft wir sind jung teilen.
00:23:20: auch da gibt es natürlich Distance.
00:23:21: aber würdest du diesen fünf und fünftig Prozent zustimmen?
00:23:25: Ja ein Verbot für jüngere Menschen.
00:23:27: Auch das Wert zu definieren ist sinnvoll.
00:23:29: Wir haben ja schon einen Verbot.
00:23:31: Also wenn ich mir jetzt in den App Store gehe oder den Google Play Store oder wo auch immerhin und ich sage, ich möchte mir jetzt Instagram runterladen.
00:23:37: Dann steht da ja eine Altersbegrenzung ab dreizehn Jahren.
00:23:40: also dass wir soziale Medien und ich beziehe mich jetzt hier vor allem auf dieses ganz allgemein formulierte soziale Medien im Sinne von Instagram, TikTok, Snapchat.
00:23:52: Für die meisten dieser Plattformen gibt es Altersbeschränkungen.
00:23:54: Und da sind wir auch gar nicht per sie dagegen, sondern das hat ja auch irgendwie einen Rahmen und das hängt mit dem Kinder- und Jugendschutzgesetz zusammen.
00:24:00: Also Jugendschutz greift er erst ab vierzehn Jahren usw.
00:24:02: Es sind einfach andere Regularien, die dann greifen.
00:24:07: Deswegen dass man grundsätzlich ein Verbot hat ist gar nicht das Problem.
00:24:11: Die Frage ist aber wo zieht man die Grenze?
00:24:13: Wir sehen gerade vor allem in der Debatte um Karin Priens Expertenkommission Grenze gesprochen wurde auch von SPD und CDU-Seiten.
00:24:22: Und dass wir da sagen, naja das glauben wir nicht, dass es sinnvoll ist und in Australien zum Beispiel sehen wir ja auch gerade, dass diese sechzehn Jahre Altersgrenze eine zielführende Altersgrenze ist weil vor allem mit dem Alter die Kinder und Jugendlichen schon dazu befähigt sind sich zu überlegen wie komme ich denn da außen rum?
00:24:38: In der Regel wissen die dann auch schon was ne vpn ist und schon allein damit habe ich glaube viele Probleme gelöst.
00:24:45: Ja und deswegen, das Verbot an sich ist glaube ich gar nicht das Problem weil wir haben es schon.
00:24:49: aber wenn wir schon bestehende Altersregularen nicht umsetzen können dann sollten wir uns vielleicht nicht lieben.
00:24:54: nicht darum bemühen, noch mehr Menschen kontrollieren zu wollen.
00:24:57: Im Moment ist es ja so du sagst, dass du letztes Jahr das runterwirst gefragt bist?
00:25:01: Du älter als und du sagste Ja und schwuppsbiste drin.
00:25:04: also es gibt keine wirkliche Verifizierung.
00:25:07: die Europäische Kommission sagt aber wir haben jetzt eine Altersverifizierungs App entwickelt.
00:25:13: welche Hoffnungen verbindest du damit um vielleicht dann zumindest diesen einen Punkt transparent nachvollziehbar tatsächlich durchsetzen zu können?
00:25:23: Ich glaube, das ist auf alle Fälle ein Schritt in die richtige Richtung.
00:25:25: Aber es muss natürlich umgesetzt werden.
00:25:28: Das ist ja am Ende des Tages immer die große Herausforderung vor der wir stehen.
00:25:32: Wir können ganz viele Sachen entwickeln aber es muss am Ende den Haushalten ankommen und es muss bei den Eltern ankommen, bei den Kindern ankommen oder in den Schulen ankommen.
00:25:40: Und da muss dann auch gemeinschaftlich daran gearbeitet werden.
00:25:43: Und ich glaube was neben diesen Altersverifizierungen sehr wichtig ist, dass es auch Kinder und Jugendlichen verständlich zu erklären warum es die gibt.
00:25:51: Da hat es das auch gerade kurz angeschnitten, dass die Expertenkommission mit Jugendlichen gesprochen hat.
00:25:55: Das waren kleine Workshops in randomisiert ausgewählten Schulen mit Schülerin, die da auch nicht eine große thematisch Voreinarbeitung hatten.
00:26:05: Das jetzt als Jugendbeteiligung zu betiteln, finde ich spannend.
00:26:08: Natürlich wurde irgendwie mit Jugendlichen geredet aber nicht auf irgendeiner strukturellen Ebene zum Beispiel was wir uns an der Stelle auch stärker gewünscht hätten um eben da ja diesen Hintergrund von warum ist es wichtig was wir tun?
00:26:18: Warum ist das wichtig dass wir hier irgendwie regularien setzen um durch Jugendliche besser erklären zu können?
00:26:24: Ich glaube das sind alles Ansätze die wichtigste sind die hier aber nicht angriffen wurden an vielen Stellen.
00:26:29: Nina, kennst du diese Verifizierungs-App bereits?
00:26:32: Also kannst du was dazu sagen ob und wie die funktioniert.
00:26:36: Ich weiß das bei der App sich natürlich auch wieder viele Fragen auftun.
00:26:40: erstens Wie sicher ist sie eigentlich und welche Daten gelangen dann vielleicht noch zusätzlich an die Konzerne Die ich schon sehr viele Daten von Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern sammeln?
00:26:52: Und zweitens stellt sich auch die Frage, warum wird das schon wieder bei den Nutzern abgeladen?
00:26:58: Die Verantwortung.
00:27:00: Warum investiert die EU so viel Geld und so viele
00:27:03: Ressourcen
00:27:04: anstatt die Plattform in die Pflicht zu nehmen?
00:27:07: Die Plattform machen ja ihr Milliarden-Geschäft mit dem was sie da tun.
00:27:11: Das was Sie da tun ist halt illegal.
00:27:13: also von daher verstehe ich nicht, warum die Europäische Union jetzt ihre Ressoursen nicht da reinsteckt diese Gesetze nachzuschärfen und auch tatsächlich konsequent umzusetzen.
00:27:25: Wenn du das so als Frage formulierst, ich verstehe nicht.
00:27:28: Ich würde gerne wissen wieso geht die Europäische Kommission so vor statt die bestehenden Gesetze zu schärfen oder einfach so wie sie jetzt sind durchzusetzen?
00:27:38: Wie lautet denn dein Antwortentwurf?
00:27:41: Ich kann es nicht beantworten.
00:27:44: öfter in Brüssel, dadurch dass ich eben da auch in der europäischen Konsumission teilweise involviert bin.
00:27:49: Dadurch spreche ich auch mit einigen Politikern dort die mir ihre Version der Geschichte erzählen und natürlich verfolge ich auch die Politik.
00:27:57: und Verfolger habe natürlich auch verfolgt das Jadie Vance zum Beispiel hier eben auch konkret dieses Thema angesprochen hat als er in Europa war und gesagt hat DSA und DSGVO sollen wir bitte nicht umsetzen in Deutschland ja.
00:28:11: dann gibt es eben auch die Bedrohungslage ansonsten Zölle erhöht werden könnten, ob dem nun wirklich so ist und ob Ursula von der Leyen beispielsweise auch konkret damit konfrontiert wird.
00:28:23: Das kann ich so nicht bestätigen das weiß ich nicht.
00:28:25: Es sind eben jetzt auch Erzählungen von Politikern auf die auf der EU-Ebene zentral zu diesen Themen arbeiten, die mir berichten dass alle Konkretisierungsvorhaben hier auch blockiert werden.
00:28:39: und mir stellt sich natürlich ein großes Fragezeichen Auch wenn ich sehe, dass selbst es noch in den USA gelingt große Plattformen eben wirklich knallhart zu sanktionieren.
00:28:52: Jetzt im Fall Meter zum Beispiel, aber in Europa so halb zugeschaut wird und nur geguckt wird die Verantwortung wieder auf die Kinder und ihre Eltern eben abzuladen.
00:29:03: Da stellt sich mir schon ein großes Fragezeichen wie wichtig uns eigentlich hier auch das demokratische Leben und auch ein gesundes Aufwachsen in Europa ist.
00:29:13: Tatsächlich würde das ja ein massives Eingreifen in das Geschäftsmodell der Plattform bedeuten.
00:29:19: Tatsächlich wurde dann sehr viel Geld und auch sehr viele Daten nicht bei ihnen anlanden, eigentlich ist das jetzt super praktisch eingerichtet aus deren Sicht.
00:29:29: Emmi ich würd gern mit dir auch nochmal auf dieses Fragezeichen schauen dass Nina gerade formuliert hat Kriegst du dann eine Antwort raus?
00:29:37: Also siehst du da ein Einschüchterungsverhältnis, eine Machtungleichheit oder einen Sichtdrücken davor das Problem wirklich an der Wurzel anzugehen.
00:29:49: Ich glaube schon ich finde es aber wenig überraschend weil zum Kind und Jugendliche geht und in der Regel sind wir auch in Deutschland, aber auch in anderen Ländern immer schnell dabei symptomatisch zu handeln wenn es um Kinder und Jugendliche geht.
00:30:03: Und keine Ursache im Bekämpfung zu
00:30:05: machen.
00:30:06: Ich glaube genau das passiert ja einfach mal wieder dass wir halt irgendwie schauen okay wie können wir's gerade für die Situation einfach Hand haben?
00:30:12: Wir können sagen wir haben was gemacht.
00:30:15: Wir können dann sagen ist es irgendwie so ein bisschen wissenschaftlich basiert?
00:30:17: weil das kommt immer gut an Wir lösen das Problem ganz grundsätzlich und ich glaube, dass die zu ganz vielen Teilen daran, weil Kinder und Jugendliche eine wahnsinnig uninteressant politische Gruppe sind.
00:30:28: Und wenn ich auf der anderen Seite große Konzerne mit sehr viel Geld habe ist es eine politisch sehr interessantere Gruppe.
00:30:34: Und wir haben sehr viele Kinder- und Jugendlichen in Deutschland.
00:30:37: Wir haben alleine elf Millionen Schülerinnen.
00:30:41: Und dann zukommen ja noch mal die Jugendlichen... oben drüber und die Kinder unten drunter.
00:30:46: Und trotzdem sind es zu großen Teilen einfach alles Menschen, die keine Wahlstimmen abgeben.
00:30:50: Das ist ein Zettel der Gesellschaft, das aber eigentlich so politisch irrelevant ist.
00:30:54: Ich glaube genau deswegen tendiert man politisch sehr viel dazu halt irgendwie pro Former was zu machen, aber eben nicht die Ursachenbekämpfung anzugehen.
00:31:02: Da müssen wir eigentlich hin – auch nicht nur beim Thema Social Media, sondern auch beim Thema mentale Gesundheit, beim Thema politische Bildung.
00:31:09: Bildungsgerechtigkeit sind ja auch alles Themen, die bei uns oben aufliegen.
00:31:12: Wo wir immer nur sagen naja da stärken wir mal die Basalkompetenzen damit die Pisa-Ergebnisse besser werden aber dass das Problem eigentlich im Elternhaus liegt ist auch was was wir systematisch ignorieren.
00:31:23: also ich glaube es ist einfach ein Spiegel der Politik die wir in der Regel für Kinder und Jugendliche machen.
00:31:28: Also würdest du sagen Aktionismus statt Aktion?
00:31:32: Ja Aktionismus und vor allem auch nur so viel wie muss Und nicht soviel wie kann und müsste Aber einfach dieses Mindestmaß an gesellschaftlich heißes, wir haben was getan oder wir können uns zumindest so hinstellen als hätten wir ganz viel für Kinder und Jugendliche gemacht.
00:31:47: Was dann aber tatsächlich bei den Kindern und Jugendlichen ankommt ist dabei sekundär eher terziere oder irrelevant?
00:31:53: Jetzt hat die EU-Kommission ebenfalls Empfehlungen vorgelegt.
00:31:56: das war im Juli Und es ja natürlich habt jetzt beide adressiert letztendlich die Instanz Die diese Forderung durchsetzen müsste gegenüber den Plattformen.
00:32:06: Wie schätzt ihr das aktuell ein SDEU-Kommission?
00:32:10: Willens, dass zu tun?
00:32:11: wird sie den Mut finden oder seht ihr eher bei dir klang das jetzt tatsächlich sehr ernüchternd durch.
00:32:19: Nö!
00:32:20: Es gab Schlagzeilen es gab eine Kommissiones gibt Handlungsempfehlungen und das war's dann plus minus.
00:32:27: Ich glaube, sie müssen sich auf alle Fälle noch mal ein Herz fassen und es tatsächlich umzusetzen.
00:32:31: Das wir uns erst einmal mit dem Thema beschäftigen ist trotzdem eine grundpositive Sache.
00:32:35: Ich glaube das muss man auch nochmal erwähnen.
00:32:37: also sehr gut dass wir erstmal uns das auf den Tisch liegen haben und darüber sprechen.
00:32:42: ich glaube aber ums tatsächlich um zu setzen ja muss einfach die Politik sich in Herzen nehmen und sagen das ist ein wichtiges thema.
00:32:49: weiterhin Und da brauchst du, glaube ich auch sehr viel Rückhalt aus politischen Basen aber auch in den Ländern.
00:32:56: In den Bundesländern und ich glaube auch aus der Zivilgesellschaft ist es wichtig dass wir da weiter ein Fokus draufsetzen und sagen wir können das nicht unter dem Tisch fallen lassen.
00:33:04: jetzt gibt es die Ergebnisse jetzt kümmert euch auch darum dass sie umgesetzt werden.
00:33:08: Mit Rechnest du Nina auf europäischer Ebene?
00:33:10: Also ich fand den Bericht der EU-Kommission oder der Expertenkommission tatsächlich konkreter als den in Deutschland kürzer, aber konkreter und vor allem auch stärker fokussiert auf die tatsächlichen Herausforderungen und Probleme.
00:33:27: Er geht natürlich aus meiner Sicht noch nicht weit genug.
00:33:30: Es gibt sehr viele Schlupflöcher, die einfach gestopft werden müssen und hier brauchen
00:33:34: wir... Kannst du vielleicht mal ums Plastisch zu machen eins benennen exemplarisch?
00:33:38: Also ein Beispiel ist also der DSA und DSGVO gehen ja wirklich sehr gut auch auf diese Instrumente ein wie zum Beispiel das Endlos-Scrollen zu verhindern, auch die Datensammlung, dass Wissenschaftler mit den Daten forschen dürfen.
00:33:52: Auch das steht im Gesetzestext so geschrieben wird uns aber verhindert.
00:33:57: Und all diese Dinge, auch was die Inhalte angeht übrigens das natürlich Plattformen die Verantwortung haben wenn extremistisches Wisseninhalte vor allem nach oben gespürt werden überhaupt er ist gezeigt werden aber dann noch häufiger und schneller gezeigt werden.
00:34:13: und alle diese Dinge müssen wir aber konsequent umsetzen.
00:34:16: daran fehlt es und warum wird es nicht konsequent angesetzt?
00:34:20: Es liegt auch an einer komplexen Konstruktion in Europa, dass das gerichtliche Handeln hier nicht schnell möglich ist.
00:34:31: Also wir eben auch eine Entbürokratisierung schaffen müssen damit eben Konzerne auch schnell sanktioniert werden können.
00:34:39: Das ist alles jetzt Und weil es eben nicht unbedingt mein Fachgebiet ist, bin ich auch so sprachlos.
00:34:48: Warum solche Personen, die sich eigentlich mit solchen Themen beschäftigen, nicht in solchen Kommissionssätzen?
00:34:54: Ich würde mir solche Menschen in die Kommission reinholen, die mir dann ganz konkret zeigen... und Lösungsmöglichkeiten zeigen, wie diese Schlupflöcher gestoppt werden können.
00:35:04: Wie Konzerne schneller sanktioniert werden können?
00:35:06: Wie dieses komplexe Konstrukt auch das bestimmte... bestimmte Zugehörigkeiten oder Zuständigkeiten dann in Irland sind.
00:35:16: In Irland eben noch mal eine andere Gesetzesgrundlage gilt, all diese konkrete Praxis der Sanktionierung und auch die Frage wie können wir den DSL vielleicht so nachschärfen dass es im Zweifel zur Abschaltung von Diensten kommen wenn sich die Plattform nicht dran halten?
00:35:31: All diese Punkte würde ich mir gerne an der Expertenkommission wünschen.
00:35:36: also ich hätte gerne wirklich einen Leitfaden wie das umgesetzt werden kann um dann eben wirklich ins Handeln zu kommen, wie Amy auch gesagt hat voranzuschreiten und die Konzerne hier in die Pflicht zu nehmen.
00:35:48: Aber ich denke schon dass die Awareness sage ich jetzt mal da ist auf der EU-Ebene gerade auch also gerade das Osala Van der Leyen, die hat denke ich schon auch einen starken Willen dahinter.
00:36:00: aber auf irgendeinem Grund auch immer ist der Schritt Ins Handeln noch nicht so konsequent da, wie ihr eigentlich da sein müsst, um ja auch tatsächlich schnell Abhilfe zu schaffen.
00:36:13: Denn die Konsequenzen von sozialen Medien sehen wir schon – also dass es aus dem Ruder gelaufen ist und die Konsikvenzen tragen wir in der Gesellschaft.
00:36:26: Jetzt sagt Karin Prien ich will europaweite Standards.
00:36:31: Könnte sein das die Ausbleiben?
00:36:34: Wie sähe die Welt aus, wenn's so käme?
00:36:39: An mich jetzt?
00:36:39: An euch beide.
00:36:40: Wer zuerst zuckt!
00:36:41: Du kannst gerne sehr erst
00:36:42: zucken.
00:36:43: Der meiner... Also ich bin da sehr pessimistisch, wenn da nichts passiert und ... Also eigentlich bin ich ein sehr optimistischer Mensch, muss man auch dazu sagen.
00:36:54: Aber deswegen, ich bin optimistisch das jetzt was passiert weil wir ja sehr viele schlaue Menschen in einer Politik
00:36:59: haben
00:37:00: die auch tatsächlich nicht nur auf ihre eigene Position und ihren eigenen Posten schielen den sie da auf sie wartet sondern auch tatsächlich etwas Positives für die Gesellschaft bewirken wollen.
00:37:11: Und diese Person denke ich übernehmen derzeit auch schon Verantwortung und werden langfristig auch etwas bewirkt auch wenn es vielleicht nicht schnell genug kommt.
00:37:19: aber wenn wir jetzt wirklich gar nicht nichts tun, dann sehe ich wirklich schwarz.
00:37:23: Die Polarisierung nimmt er drastisch zu.
00:37:26: Wir sehen es ja auch schon anhand... der Wahlprognosen, wie stark die Bevölkerung auseinandergeht.
00:37:32: Wie stark die Geschlechter auseineinandergehen, Männer und Frauen zb auch auseinander gehen?
00:37:37: Und wie stark Die Vorstellungen von einem Leben auseinergehen?
00:37:40: Also was wir ja auch sehen gerade junge Menschen, also Amy und ich hatten ja damals die Trendstudie Jungt in Deutschland vorgestellt da sehen wir Ja auch dass junge Menschen zunehmend mit von Sorgen betroffen sind und die Immobilienkrise, also die hohen Mietpreise, die Lebenshaltungskosten Die Krisen in Europa, alles prallt auf sie ein.
00:38:01: und viele denken ja was soll ich denn überhaupt noch tun?
00:38:04: Es ist sowieso alles irgendwie vergebens.
00:38:07: Auf dieser Grundlage treffen dann eben viele Entscheidungen, die immer stärker ins extremistische Spektrum gehen und sie gehen immer weiter auseinander.
00:38:15: Was bedeutet das für eine Demokratie?
00:38:18: Dass wir nämlich bald wenn es so weitergeht nicht mehr demokratisch handlungsfähig sind und die Konsequenzen zeigen sich schon denn das ist ja das bleibt ja nicht nur bei den Jungen Das ist ja immer dieses Fatale.
00:38:28: all diese Menschen die behaupten Wir brauchen die Kinder und Jugendlichen nicht zu beachten dass das rucke sich schon wieder von alleine ein nicht erkannt, wie wichtig junge Menschen für unser Leben sind.
00:38:41: Denn junge Menschen werden zwar immer weniger und spielen eine kleinere Rolle an der Wahl ohne aber junge Menschen können mobilisieren haben viel mehr Energie Und junge Menschen tragen ja auch die Folgen von Politik heute.
00:38:55: Von daher sind junge Menschen noch viel stärker daran interessiert dass Heute eine Politik herrscht die Interessen der jungen Menschen mit in den Blick nimmt und die vor allem nachhaltig ist.
00:39:06: Und von daher brauchen wir die jungen Achten.
00:39:14: sehen wir, ich sage nur Sachsen-Anhalter stehen jetzt Wahlen an.
00:39:17: Wir sind es in den Daten das die Polarisierung enorm zunimmt gerade auch unter jungen Menschen aber dass eben überschwappt und wie das in der gesamten Bevölkerung mittlerweile sehen können.
00:39:28: Und ich muss ganz ehrlich sagen also wenn das so weitergeht oder nichts passiert dann sehe ich schwarz für eine Demokratie.
00:39:35: Denn solche Umbruchphasen das wissen wir aus der Geschichte Die werden eben genutzt von extremistischen Kräften.
00:39:41: wenn die Bevölkerung so unsicher ist und so voller Ängste, dann ist das ein gefundenes Fressen für extremistische Akteure hier eben Dinge einzuführen die eigentlich einen Großteil der Menschen nicht möchte.
00:39:55: Ich würde dich gerne auch noch mal fragen Amy bleiben Europa weite Standards aus?
00:39:59: Was passiert denn?
00:40:00: du hast vorhin gesagt Verantwortung wird ausgelagert.
00:40:03: Die Elternhäuser hast du angesprochen.
00:40:05: Schule ist natürlich auch so ein Akteur oder eine Institution die dann gerne am Schlawittchen genommen wird.
00:40:10: Dann bleibt es einfach beim Alten.
00:40:12: Ja, entweder das.
00:40:14: Also ja ich glaube wenn wir keine europaweiten Stunnards haben und den Karin Prini auch so insbesondere fordert ist es natürlich immer ein gefundenes Fressen zu sagen naja die EU macht nix Das ist denen nicht wichtig genug, das Problem liegt auf europäischer Ebene.
00:40:29: Und sich damit selber aus der Verantwortung zu ziehen und ich glaube dass wir da ein ganz waches Auge haben müssen, dass man sagt okay auch sollte es keine europäisches Mindestmaß geben sind wir hier in Deutschland trotzdem verantwortlich für unsere Kinder und Jugendliche und müssen tun was wir können und müssten dann entsprechend hier unsere Standards irgendwie schaffen.
00:40:46: Was sie auch gesagt hat EU wäre natürlich super.
00:40:48: ansonsten müssen wir nach nationalen Regelungen gucken.
00:40:51: Genau
00:40:51: und ich glaub aber also ich glaube das ist auf alle Fälle was wo wir Ja, was wir im Auge behalten müssen.
00:40:57: Ich glaube aber, dass jedes Ausbleiben von irgendwie Regelungen in diesem gerade auch sehr emotional aufgeladenen Thema eine große Gefahr darstellt aus gerade den Nina genannten Gründen.
00:41:10: Wir sehen es in der Jugend immer mehr extremistische Vorfälle und Social Media ist natürlich ein Raum wo viel Politisierung aktuell stattfindet weil wir keine andere Räume schaffen.
00:41:21: Das ist für uns als Bund-Schüler in Konferenz eines der großen Probleme, dass wir aktuell haben.
00:41:26: Deswegen müssen wir einen sicheren Raum für Kinder und Jugendliche in den Medien schaffen.
00:41:30: Weil dritte Räume fehlen!
00:41:32: Der Verein wird zu teuer da können nicht mehr alle hingehen, Kinder und Jugendreste machen zu, Sozialarbeit wird zusammengespart die Schule wird sechzehn Uhr abgeschlossen, da kann niemand mehr Fußball spielen Und diese ganze Zeit, die man dann halt eigentlich mit anderen Jugendlichen in Präsenz verbringen würde.
00:41:46: Wenn ich keinen Ort habe wo ich sein darf... ...dann gehe ich halt nach Hause und dann gehe ich ins Internet.
00:41:51: Dann verbringe ich da die Zeit mit anderen Jugendlichen.. ..und wenn ich dann eben gerade in auch die großen Meinungsbubbles, die ja dann auch sehr schnell entstehen reinkomme, dann gibt es natürlich da einen politischen Raum, einen politischem Diskurs und dann entsteht dafür Politisierung, in einer tatsächlichen Face-to-Face-Debatte brauchen, weil die auch in der Schule keinen Raum findet.
00:42:13: Weil wir dafür aktuell zu wenig Lehrkräfte haben und Zeit
00:42:16: haben."
00:42:17: zu schlechter Ausbildung haben.
00:42:19: Und ich glaube, das stellt eine ganz große Gefahr dar, weil wir deswegen verlernen Meinungen auszuhalten und tatsächlich demokratisches Kurs an den Tag zu legen was wiederum diesen Extremismus stärkt wo ich einfach eine ganz einfache Meinung auf komplizierte Fragen habe, wo ich eine Zugehörigkeit habe, weil es gibt mir eine Gruppe, es gibt mit Zusammenhalt.
00:42:37: Ich glaube da brauchen wir gerade eigentlich an ganz vielen anderen Stellen auch noch Veränderung um einen sicheren Raum im Internet zu schaffen, aber zeitgleich auch tatsächliche Räume im echten Leben zu schaffen um das zu kompensieren und auch da Kinder- und Jugendliche zu schützen indem sie einfach weniger Zeit in diesen Interneträumen verbringen.
00:42:55: Also auch da wieder letztlich eine Ressourcen, eine Verteilungsfrage.
00:42:58: Du hast vorhin gesagt eigentlich bist du mal gestartet mit dem Gedanken an Bildungsgerechtigkeit.
00:43:03: Das kommt daher ja auch zum Tragen.
00:43:05: Was die EU angeht werden wir im Laufe des kommenden Monats mehr wissen.
00:43:09: Da will dann die Kommissionspräsidentin ankündigen wie die Empfehlung Gremiums in Gesetzesgewandt aussehen könnten.
00:43:17: Also das schauen wir uns dann an, jetzt würde ich gerne mit euch nochmal den Austragungsort wechseln also vom Bildungsministerium oder auch von Brüssel an die Schule gehen.
00:43:27: wie gesagt Du hast ja das Abi in der Tasche, das heißt deine Wirkungsstätte wird künftig nicht mehr die Schule sein.
00:43:33: Das neue Schuljahr hat in einigen Bundesländern schon begonnen aber geht doch noch mal gedanklich zurück in deine jüngere Vergangenheit also die Schule in Meißen.
00:43:43: wie gehen denn aktuell Schülerinnen und Schüler um oder auch das Kollegium mit diesem Verbotsthema?
00:43:49: Aktuell sind wir ja so.
00:43:50: es passiert war es hoffentlich vielleicht Aber an denen hängt jetzt erstmal die müssen handeln täglich.
00:43:57: Also ich glaube, dass das sehr unterschiedlich ist.
00:44:00: A hängt es damit zusammen wie interessiert und informiert die Lehrkräfte als Einzelpersonen sind.
00:44:05: Ich habe Lehrkräften, die haben mit uns gemeinsam KI im Unterricht benutzt.
00:44:08: Da wurde mit der Digitalen Tafel gearbeitet Da haben wir Aufgaben nur online bekommen und es gibt andere Lehrkräfte, die zu Beginn der Stunde noch den Polylux zwei Etagen unten runter holen lassen.
00:44:19: Overhead-Projektor nennt man das auch.
00:44:24: Ich kenne ihn auch mit den Folien von Zwei Tausend Neun in Biologieunterricht.
00:44:28: Und jetzt ist natürlich eine weite Schneise Wie alt Lehrkräfte auch teilweise sind, die dann halt irgendwie sagen kriege ich nächstes Jahr ein Rente.
00:44:38: Da muss sich jetzt vielleicht nicht noch die nächste KI-Fortbildung mitmachen.
00:44:42: Das natürlich eigentlich schade ist weil genau die würden ja auch im späteren Leben davon profitieren.
00:44:48: Ich glaube bei der Umgang mit dem ganzen Thema Digitalisierung insgesamt aber auch mit dem Thema Social Media und Handynutzung in der Schule ist eine Person abhängig und vor allem aktuell auch noch sehr individuell an Schulen was aber gar nicht unbedingt schlecht sein muss.
00:45:02: also ich glaube Grundlegend wäre es gut, so ein bisschen Handlungsempfehlung zu haben als Schule.
00:45:07: Was machen wir denn?
00:45:07: Wie sollen wir damit umgehen?
00:45:10: Zeitgleich brauchen wir aber oft auch die privaten digitalen Endgeräte, weil wir nicht genug an digitale Ausstattung haben.
00:45:17: Wir hatten den Digitalpakt Schule um Corona herum und der hat mehr Computer an die Schulen gebracht, aber A – nicht an jede Schule und B. vor allem fehlt das Fachwissen damit umzugehen und mit dem Handy können auch die meisten Lehrkräfte umgehen weswegen das eigentlich eine Ressource ist, die wir an Schule noch besser nutzen müssen.
00:45:34: Bei mir in der Schule ist es ganz sinnvoll gehandhabt, dass man da einen sehr begleiteten Umgang mitmacht.
00:45:38: Dass es auch so Computerführerscheine gibt und so... Aber das ist natürlich der Ausnahme!
00:45:44: Und in der Regel wird das Handy halt offiziell eingezogen wenn man's benutzt obwohl man's eigentlich bräuchte um tatsächlich digitalisierten Unterricht zu machen.
00:45:54: Dann kommen wir jetzt vielleicht mal zum Zauberwörtchen glaube einmal nur kurz gefallen ist, aber eigentlich regelmäßig bemüht wird in der Debatte.
00:46:02: Natürlich im Grunde bei jedem medialen Umbruch, aber im Moment natürlich besonders stark Medienbildung, Medienkompetenz.
00:46:10: Nina wo würdest du sagen?
00:46:13: Ist die gut aufgehoben an Schule?
00:46:15: Also ich glaub natürlich sind sich alle einig, die gehört an Schule genauso wie lesen, rechnen schreiben.
00:46:20: Aber wo und wie wird sie gelebt praktiziert was es da aus Forschungssicht besonders vielversprechend?
00:46:27: Bis lange gibt's da ja kaum was.
00:46:30: Also muss man ja ganz einfach mal sagen, also da wird viel darüber geredet und da wurde auch schon ganz viel Tolles entwickelt.
00:46:35: Und es gibt viele Konzepte die direkt umgesetzt werden könnten, könnte ich direkt weil eigentlich braucht es ein Schulfach dieses Schulfach gibt es aber nicht.
00:46:43: Und selbst eine Verknüpfung von bestehenden Schulfächern, die dann vielleicht auch ausgebaut werden wie politische Bildung zum Beispiel was sich anbieten würde dass man hier eine politische Medienbildung als einen Schulfach sich vornimmt, das gibt es nicht.
00:47:00: Und auch bis sagen, alles was ich weiß aus den von den Bundesländern also das müsste ja auf Ebene der Bundesländer entschieden werden sind die sehr zurückhaltend.
00:47:09: Es gibt jetzt halt so Vorschüsse von einzelnen Bundesländern tatsächlich dass dann online zusätzlich noch mit anzubieten und auch die politische Bildung aber tatsächlich jetzt auf dem Online Unterricht er denn nach der Schule stattfinden soll zu reduzieren auch auch aufgrund des Lehrkräftemangels.
00:47:25: Ja, also ich finde das sieht alles irgendwie nicht so besonders schön aus und das bleibt ja auch hängen bei der Bevölkerung.
00:47:34: Dass Sie sehen da wird viel geredet, viel gemacht aber am Ende ändert sich nichts sondern es wird irgendwie immer schlimmer.
00:47:41: auch gerade mit dem Lehrkräftemangel hängt es jetzt zusammen.
00:47:44: Und jetzt diese Vorstöße sich nur noch auf die sogenannten Basalkompetenzen zu fokussieren, um dann später bei PISA irgendwie nicht weiter abzurutschen oder besser abzuschneiden.
00:47:54: Ja, die führen auch dazu dass die Medienbildung noch stärker unten durchrutscht.
00:48:00: also in den Berichten ist immer ganz viel davon zu lesen und das klingt ja alles ganz schön aber in der Realität ist halt nichts davonzusehen.
00:48:07: was es bräuchte wäre Ein Schulfach, das konsequent von Anfang an bestenfalls oder eben spätestens ab der fünften Klasse durchgängig unterrichtet wird und dass auch die unterschiedlichen interdisziplinären Zugänge zu diesem Fach enthält.
00:48:24: Das heißt, in der Praxis sieht es jetzt vermutlich so aus, Amy.
00:48:27: Dass jede Lehrerin jeder Lehrer selbst entscheidet.
00:48:30: okay ich unterrichte Geschichte politische Bildung aber vielleicht auch im Bio oder Sport.
00:48:36: Ich gucke mal wie ich dieses Thema Medienkompetenz in mein Fach und in meine Didaktik integrieren kann.
00:48:44: also es bleibt punktuell.
00:48:46: Es bleibt punktuel.
00:48:48: Die Frage stellen sich glaube ich gar nicht alle Lehrkräfte.
00:48:51: Ich habe in meiner Oberstufenzeit angefangen, mir jedes Schuljahr meine Lehrpläne rauszugreifen und auch so ein bisschen abzugleichen.
00:48:57: Was machen wir denn überhaupt in dem Fach?
00:48:59: Und da steht es... Man hat links so ein bisschen die Lehrplaninheit und rechts steht dann auf, welche Grundkompetenzen auch noch mit dahinter stehen.
00:49:06: Und selbst im Mathematikunterricht gibt es Empfehlungen zu.
00:49:09: hier könnte man das im Aspekt der Medienbildung machen.
00:49:12: Hier könnte man aber auch zum Thema Bindung nachhaltig Entwicklung z.B.
00:49:15: machen politische Bildung usw.
00:49:18: Es gibt schon Bundesländer, die versuchen das als Fächer bei greifenden Kompetenz zu integrieren.
00:49:23: Ich glaube auch, dass das durchaus eine sinnvolle Sache ist.
00:49:26: Dass man nicht sagt wir beschränken das nur auf einfach.
00:49:28: ich glaube auch nicht, dass es dein Interesse ist aber ich glaube, dass wir schon immer noch ein bisschen als Querschutz Thema verstehen müssen.
00:49:36: Aber das scheitert aktuell weil das Wissen bei den Lehrkräften fehlt das überhaupt zu integrieren.
00:49:42: und Ich glaube auch, dass das daran scheitert, dass wir eben in unserer sehr veralteten Schulstruktur gar nicht den Raum haben, fächerübergreifende Kompetenzen tatsächlich zu lernen.
00:49:53: So Rechnenschreiben lesen ist natürlich wahnsinnig wichtig und müssen wir allen Schülerin beibringen!
00:49:58: zeitgleich nimmt aber gerade alles an weiteren Faktenwissen so viel Raum ein, dass wir gar nicht Zeit und Kapazität haben unsere Medienbildung zu kümmern und politische Bildung usw.
00:50:08: Und ich glaube das wird da mit dieser Debatte darum wie wir diese Kompetenzen lehren eigentlich die Debatte aufmachen müssen?
00:50:15: Wie soll denn Schule aussehen und Schule funktionieren?
00:50:18: Und müssen wir uns vielleicht weg von diesem sehr starren Unterrichtsgebilde, das wir aktuell haben bewegen.
00:50:23: Also nicht ein Thema on top, sondern irgendwas anderes muss dann auch raus bzw.
00:50:29: das ganze Gebilde angefasst werden?
00:50:32: Ja
00:50:32: auf alle Fälle und es ist glaube ich eine Grundsatzdebatte die in Kultusministerien nicht so gerne geführt wird weil die natürlich über eine Amtszeit- und eine Legislaturperiode hinausgeht, weil dass ein wahnsinnig langfristiges Projekt wäre sich Schule inhaltlich anzugucken.
00:50:47: Ich
00:50:49: wollte euch gerne eine Anekdote von mir erzählen, bei der ich immer noch relativ ratlos dastehe.
00:50:55: Vielleicht fällt euch was dazu ein?
00:50:57: Ich gehe als Hörfunkjournalistin oder habe es eine Zeit lang gemacht an Berliner Schulen um dort über Desinformationen zu sprechen, so workshopartig mit Klassen.
00:51:09: Das ging los.
00:51:09: ich glaube ab fünfter Klasse Grundschule bis in die Mittelstufe war das ein Programm dass die Lehrkräfte gerne gebucht haben.
00:51:17: und in der neunten Klasse hier in Berlin waren Mädchen das dort saß richtig sauer und hat gefragt Wie so quatschen sie mit uns darüber, wie sinnlos ist das denn?
00:51:30: Es ging um Fake News und Sie hat ein Beispiel dann rausgegriffen.
00:51:34: Und meinte wenn der Absender, der Erfinder dieser Fake News damit Geld verdient, damit seine Familie über die Runden bringt.
00:51:42: Warum stehen Sie hier und regen sich drüber auf?
00:51:45: Also mein Empfinden war da eine komplette... Gleichgültigkeit oder Abgestumpftheit gegenüber diesen Kategorien.
00:51:53: war, unwahr?
00:51:54: Oder vielleicht auch es hat den Anspruch wahrhaftig zu sein oder nicht.
00:51:58: Und für mich war's so dass ich tatsächlich dem Mädchen keine Antwort geben konnte weil in dem Moment sprachlos waren dachte wenn diese kategorieren keine Rolle mehr spielen dann ist ja Journalismus Wissenschaft und auch diese Kategorie selbst war unwar Völlig obsolet, also dann sind wir im postfaktischen Zeitalter.
00:52:20: Hättet ihr eine schlaue Antwort die den Mädchen geholfen hätte?
00:52:25: Ich werde damit leider auch sehr viel konfrontiert muss ich ganz ehrlich sagen und zwar nicht nur von jungen Menschen sondern tatsächlich auch von vielen älteren Menschen oder auch teilweise von Politikern, die wirklich auch schon so den Glauben an die Wissenschaft verloren haben.
00:52:39: Also das ist wirklich unfassbar was einem da teilweise begegnet.
00:52:43: Aber gerade bei jungen Menschen sehe ich eigentlich sehr oft das Bedürfnis, doch die Sachen besser zu verstehen.
00:52:49: Also auch grade junge Menschen, die dann so anfangen in Verschwörungserzählungen abzudriften, von denen man das jetzt gar nicht erwarten würde.
00:52:56: aber die denken ja dann auch oft oder sind dann überzeugt weil sie es einfach nicht besser wissen dass diese Verschwörungstheoretiker plötzlich die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und deswegen besser Bescheid wissen.
00:53:08: also kein Mensch der einen Zugang zu sich selbst hat möchte ja getäuscht werden.
00:53:14: Das war meine Ausgangsthese, aber dem Mädchen schien es völlig egal zu sein?
00:53:18: Ja
00:53:18: dann ... Aber das sehe ich auch tatsächlich bei Erwachsenen.
00:53:21: also ich denke nicht da müssen wir natürlich den Repräsentativ erforschen.
00:53:26: Ich bin ja Wissenschaftlerin und so, da habe ich jetzt keine repräsentativen Studien zu, aber ich glaube nicht meiner Vermutung wäre nicht dass sich das alleine auf Kinder- und Jugendliche beschränkt und dass auch da soziale Medien negativ draufwirken.
00:53:41: Menschen, die sehr viele soziale Medien nutzen möchten wissen was wirklich dahinter steckt.
00:53:46: Und wenn sie ein Fake Video bekommen und davon überzeugt sind und dann wissen und wirklich verstehen dass sie hier getäuscht wurden also kein Mensch will getäusht werden Dann fühlen Sie sich betrogen Also einen Großteil der menschen und solche Menschen die wirklich auch schon so den Boden verloren haben und auch nicht mehr Interesse daran haben dass Fakten als Fakte präsentiert werden und nicht gefälscht werden.
00:54:12: Da ist schon was anderes schief, aber das begegnet mir tatsächlich auch sehr häufig auf der politischen Ebene.
00:54:21: Also ich glaube nicht, dass das ein Phänomen ist, das durch soziale Medien hervorgerufen wird.
00:54:26: Was mit sozialen Medien aber passiert ist dadurch, dass man es nicht mehr wirklich unterscheiden kann und kaum jemand weiß, ist jetzt wirklich wahr oder falsch?
00:54:35: Und man dann ja eine Faktenprüfung machen muss erstmal oder denn eben auf die Quellen achten muss Und dadurch, dass ja auch Seriöse Quellen, nicht der RWB oder so, teilweise auch Fehler reproduzieren muss man aussehen und dann vielleicht auch nicht so schnell genug dahinterher sind.
00:54:52: Ist man immer auf der Hut und muss immer gucken, stimmt diese Information wirklich so wie sie mir hier präsentiert werden?
00:54:59: Viele hinterfragen das und wenn immer gucken stimmt es dann auch so was ja erst mal eine sehr gute Eigenschaft ist.
00:55:05: aber die sozialen Medien fühlen immer mehr dazu gar nicht mehr das so hinterfragen, sondern ich habe es doch im Video gesehen.
00:55:13: Da war's doch so gesagt und da was auch so gezeigt und der Professor hat es doch so und so gesagt, dann muss ich ja das gar nicht mal hinterfragen.
00:55:21: Dadurch dass wir überflutet werden mit so viel Desinformationen und Falschinformation verschwindet eher dieser Antrieb diese Energie dann auch eben nachzuforschen.
00:55:32: Das war genau mein Eindruck, dass da so eine Art Abgestumpftheit oder Übersättigung da ist und mir fliegt so viel vorbei im Laufe des Tages.
00:55:41: I don't care ich kann mich jetzt nicht in Detail drum kümmern.
00:55:43: irgendjemanden macht's glücklich.
00:55:45: Hättest du angenommen du wärst mit dieser jungen Frau in der Klasse gewesen hättest Du eine gute Antwort für Dein Peer gehabt?
00:55:55: Ich glaube, man muss in den Kontext setzen was Desinformation eigentlich bedeutet.
00:56:02: Die Konsequenzen sind einfach sehr abstrakt und nicht so wirklich greifbar.
00:56:07: Es gibt natürlich diese wahnsinnige Reizüberflutung die Jugendliche aber am Ende des Tages alle Menschen die in den sozialen Medien unterwegs sind irgendwie abbekommen.
00:56:19: oft hinter diesen einzelnen, also wenn ich ein Video sehe wo falsche Informationen verbreitet werden und ich das keine Ahnung damit auflaufe irgendwo.
00:56:26: Wenn ich das anderen Leuten erzähle oder so dann ist es vielleicht kurz unangenehm wenn ich darüber aufgeklärt werde dass es falsch ist.
00:56:31: aber das ist ja trotzdem eine einzige Sache.
00:56:35: Dass aber hinter struktureller Desinformationen eine wahnsinnig große Gefahr für unsere Lebensgrundlage unserer Demokratie steht.
00:56:42: Ich glaube das ist was was man sehr sehr eindrücklich Menschen vermitteln muss und ich glaube, dass da nicht reicht ein Workshop zu machen.
00:56:50: Und ich glaube auch das dann nicht reicht einen mal in der Schule drüber zu sprechen oder das da nicht reicht einem am Ambrutz-Tisch mit den Eltern drüberzureden sondern ich glaube dass wir diesen Zusammenhang aus Meinungs- und Pressefreiheit, aus Grundlagen unserer Demokratie, aus der Grundlage und dem Grundwert der Ehrlichkeit auch einfach, viel struktureller und besser verankern müssen bei Kindern und Jugendlichen, damit die Ernsthaftigkeit da ist.
00:57:16: Weil ich glaube dass die tatsächlich gerade fehlt weil es zu abstrakt ist zu verstehen das ein Video das KI generiertes und falsche Informationen verbreitet, dass das automatische negative Konsequenz für unsere Demokratie hat.
00:57:26: Ich glaub dieser Zusammenhang ist einfach ganz oft nicht da Und den müssen wir glaube ich stärker bauen damit man sich auch verpflichtet führt am Ende des Tages mündige demokratische Bürgerin ist, wenn man aus der Schule rausgeht.
00:57:38: Die sich darum kümmert und das meldet und sagt, dass es eine Desinformation und so weiter und sofort.
00:57:42: Ich glaube, da diese Verantwortung für Demokratie- und Lebensgrundlage, dass man die verstärkt wieder beibringen muss und dass das gar nicht deine Aufgabe in diesem Workshop gewesen wäre sondern ich glaube, dass das eine Aufgabe ist, die wir gesellschaftlich und vor allem in Schule eigentlich stärker haben und stärker vertreten müssten.
00:57:59: Ich würde gerne, wir nähern uns zum Ende unseres Gesprächs.
00:58:02: Ich würde gern zum Ende aus dem Buch von Nina zitieren, wer es zur Hand hat nackschlagen möchte Seite seventy-two.
00:58:10: Da bist du wiederum in einem Workshop in Berlin ich glaube Berlin Mitte.
00:58:14: und da sagt ein sechzehnjähriger in seiner Schulklasse in seinem Klassenverband zu dir.
00:58:19: Ich habe über vierhundert Kontakte auf dem Handy und mehr als Zehntausend Follower auf Insta aber wenn's mir schlecht geht gibt's niemanden den ich anrufen würde, was ja wirklich eine abgrundtief traurige Aussage ist.
00:58:33: Niemand sollte seine Jugend und seine Pubertät so erleben oder erleben müssen.
00:58:38: Ich weiß Emil du hast es auch schon angesprochen das Thema mentale Gesundheit ist dir und ist euch wichtig.
00:58:43: Anfang des Jahres gab's ein Kongress dazu hier in Berlin denn habt ihr veranstaltet?
00:58:48: zwei Hundert Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland sind angereist.
00:58:52: Wie eng sind denn deiner Erfahrung nach diese Themen, die jetzt hier in diesen zwei Sätzen natürlich ganz eng verknüpft werden?
00:58:59: Social Media und mentales Wohlbefinden oder Aufgehoben sein.
00:59:03: Wie eng ist sie miteinander verknüpft?
00:59:06: Ich glaube das ist durchaus eine sehr enge Verknüpfung.
00:59:08: ich glaube dass Social Media ein Risikofaktor darstellt da auf der Erreichbarkeit Informationsflut auch ein gewisser Leistungsdruck der dahinter steht.
00:59:18: Es kann aber natürlich auch ein Schutzfaktor sein.
00:59:20: Ich kann da neue Freunde kennenlernen, ich kann da Identifikationen schaffen und es ist glaube ich auf alle Fälle was unsere mentale Gesundheit beeinflusst und den aktuellen Zustand mentaler Gesundheit grundsätzlich unterscheidet zudem von vor dreißig, vierzig, fünfzig Jahren.
00:59:37: Natürlich gab's damals schon Krisen.
00:59:39: jetzt haben wir diesen Faktorsorge-Media der on top auf diese damals auch schon bestehenden großen Weltkrisen noch.
00:59:45: Also, klar haben wir heute kein Keiten Krieg mehr.
00:59:47: Da jetzt keiter Krieg benannt wird und Atomkrieg ist natürlich auch irgendwie was, was jetzt ein bisschen abstrakter ist als zu der Zeit, zu der meine Eltern zum Beispiel groß geworden sind.
00:59:58: Trotzdem haben wir Menschen und vor allem Kinder und Jugendliche die extremen Zukunftsängste haben Die Angst geladen sind, die nicht wissen wie der Jobmarkt aussieht Wie sie ihre Rente finanzieren wie das mit den Sozialversicherungen weitergeht, die dann noch in eine Wehrdienstdebatte oder ein verpflichtendes gesellschaftliches TV-Jahr irgendwie reingeworfen werden.
01:00:18: Zeitgleich in keiner dieser Debatten tatsächlich partizipieren können sondern es über ihren Kopf hinweg entschieden wird.
01:00:23: und ich glaube dass diese Mischung aus diesen Weltkrisen, die wir gerade erleben plus den Faktos Social Media, dass das dazu führt, dass wir einen ganz großen Bedarf bei mentaler Gesundheit haben insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mentale Gesundheit zu verbessern.
01:00:40: Ich glaube, es ist aber nicht die einzige Stellschraube, die wir da drehen
01:00:42: müssen.".
01:00:43: Das Thema selbst mentale Gesundheits das bekommt medial und ich würde sagen auch politisch zunehmend Aufmerksamkeit.
01:00:50: eure Initiative, die ja auch schon ein paar Jahre läuft habe ich angesprochen.
01:00:54: ihr tauscht euch dazu aus mit der Bildungsministerkonferenz und ihr habt auch einen zehn Punkte Plan aufgesetzt.
01:01:00: was wäre denn zum Schluss deine wichtigste?
01:01:03: Die zentrale Forderung damit Schülerinnen und Schülern in fünf Jahren mental deutlich besser geht als jetzt, damit sie sich wohler fühlen.
01:01:13: Wir haben in unserem Core to Action zehn sehr unterschiedliche Punkte aufgelistet.
01:01:16: Es geht zum Personal oder zur Medienbildung.
01:01:19: Da geht es aber auch um Ausstattung und ich glaube was immer unter dem Strich steht unter all diesen Forderungen ist der Wille der Finanzierung.
01:01:26: Ich glaube das wäre immer mein großer Appell, wir brauchen politischen Willen Kinder und Jugendliche zu finanzieren.
01:01:34: da auch die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, die ganz eng und sehr gut und schnell funktionieren muss.
01:01:39: Weil wir egal ob es um Personal oder Ausstattung oder Inhalte geht... immer Geld brauchen, um es umzusetzen.
01:01:45: Ich glaube das ist immer mein Hauptanliegen zu sagen wir brauchen mehr Geld in Bildung weil Geld in Bidung jetzt eine Investition im Morgen und finanziert unsere Gesellschaft die das Land weiter tragen wird die nächsten Jahre.
01:01:56: Nina ich weiß diese Fragen haben immer sowas aus der Abteilung wünscht dir was?
01:01:59: ja du kriegst den Zauberstab und wedelst und wie sieht dann die Welt in fünf Jahren aus wenn das was du dir wünschst in Erfüllungen gehst geht?
01:02:08: Trotzdem gern oder vielleicht ein geschränkter Fragen.
01:02:11: Was ist denn deine zentrale und zugleich absolut machbare, realistische Forderung um Kinder und Jugendliche besser zu schützen im Digitalen?
01:02:22: Die Plattformregulierung konsequent durchsetzen und die Plattform in die Verantwortung zu nehmen, um Zweifel eben Dienste auch abzuschalten wenn sich die Platform nicht an die Regeln halten.
01:02:30: ich glaube damit haben wir extrem viel für die gesamte Gesellschaft gewonnen.
01:02:34: Nina vielen Dank Amy vielen Dank
01:02:37: Vielen Dank, dass wir da sein dürften.
01:02:38: Ich danke
01:02:39: dir auch!
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